Das berühmteste Museum des Landes – die Eremitage in Sankt Petersburg


Venedig des Nordens“ wird Sankt Petersburg häufig genannt. Kein Wunder, denn Kunst aus vielen Kulturen und Jahrhunderten locken jedes Jahr Zigtausende Besucher aus aller Welt in die Stadt Peters des Großen.

Viele dieser Stücke sind in der Eremitage zu bewundern, einem Palast direkt am Kai der Newa. Das imposante Gebäude wurde von Zarin Katharina in Auftrag gegeben und von Rastrelli 1754-1762 erbaut und ist unter dem Namen Winterpalast bekannt. Früher diente er als Hauptsitz der russischen Zaren, heute beherbergen er und zahlreiche weitere angrenzende Gebäude und Pavillons die beeindruckenden Ausstellungen.

Drei Millionen Ausstellungsstücke umfasst der Katalog der Staatlichen Eremitage in Sankt Petersburg und stellt damit das größte Museum des Landes dar. Dabei gibt es nichts, was es nicht gibt. Ärchäologische Funde, historische Münzen, Werke aus der Bildhauerkunst, Gemälde und zeitgenössische Kunstschätze, … – und das alles in einer solchen Vielzahl, dass es tatsächlich nicht möglich ist, an einem einzigen Museumsbesuch alles zu sehen.

Bereits während der Entstehungszeit der Stadt selber legte Peter der Große auch den Grundstein für die Sammlung. Seit dieser Zeit wurde die Sammlung bis heute beständig erweitert, unter anderem durch Katharina die Große mit dem Ankauf mehrerer weiterer Sammlungen.

Das berühmteste Museum der Welt wäre auch ohne Ausstellungsstücke darin bereits aufgrund seiner Geschichte ein eigenständiges Exponat. Das Gebäude war Zeitzeuge verschiedenster Abschnitte innerhalb der russischen Geschichte. Sieben Besitzern war der Winterpalast die Residenz. Viele architektonische und innerarchitektonische Besonderheiten wie Treppen, Säulen und Böden wurden belassen. Durch sie bekommen die hinzugeschafften Ausstellungsstücke (und auch das noch vorhandene Interieur der ehemaligen Palastbesitzer) einen würdigen Rahmen.

Die Ausstellung selber befindet sich auf drei Ebenen der Eremitage. Im Erdgeschoss findet man Antiquitäten aus verschiedenen Ländern, auch altägyptische und prähistorische Stücke, darunter sehr viele Vasen, Amphoren, Münzen, Wandmalereien und Reliefs. Im Stockwerk darüber gibt es eine Ausstellung zu verschiedenen ländertypischen Kunstrichtungen vom Mittelalter bis etwa 1800 zu sehen. Die meisten Stücke der europäischen Kunst entstammen der Malerei und der Bildhauerei.

Die Madonnen von Leonardo da Vinci sind wohl mit Abstand die berühmtesten Ausstellungsstücke des Hauses. Wenngleich auch sehr viele Werke von anderer berühmter Künstler wie Raffael, Rubens, Rembrandt und Tizian ausgestellt sind, sind Leonardo da Vincis „Madonna mit Kind“ und „Madonna mit Blume“ die Besuchermagnete, vor denen sich regelmäßig lange Schlangen bilden.

Das nächste Stockwerk zeigt europäische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

Es ist nicht möglich, sich innerhalb eines einzigen Besuchstages jedes einzelne Stück anzuschauen und zu würdigen. Es empfiehlt sich daher, sich vorher zu überlegen, was man auf jeden Fall sehen möchte und sich nach diesen Prioritäten einen festen Plan zu machen. Hilfestellung bieten dafür die Übersichten und Pläne, die man im Museum bekommt.