Ivan Kupala – die Sommersonnwende in den slawischen Ländern

Hierzulande feiert man die Sommersonnwende. Im slawischen Raum kennt man stattdessen das Fest des Ivan Kupala. Dieses mystische Fest ist seit jeher sehr beliebt.

Ivan Kupala wird sowohl im ost- als auch im westslawischen Bereich jährlich wiederkehrend am 7. Juli (greg. Kalender) gefeiert. Die Sommersonnwende findet zwar am 21.6. statt, das Johannisfest mit seinen Johannisfeuern am 24.6., dennoch werden diese Feste miteinander in Zusammenhang gebracht, auch wenn der Gedenktag des Heiligen erst 2 Wochen später ist.

Woher kommt das Fest des Ivan Kupala?

Ivan Kupala ist vermutlich die Entsprechung zu Johannes (Ivan) dem Täufer. In Polen heißt das Fest auch „Nacht des heiligen Johannes“ und wird am 24.6. gefeiert, am Geburtstag des Heiligen. In den anderen slawischen Ländern begeht man diesen Tag allerdings erst am 7.7. Das liegt in der Kalenderverschiebung begründet, diese betrug 14 Tage nach dem Julianischen Kalender).

Seine Ursprünge hat das Fest im heidnischen Brauchtum, es war einst ein Fruchtbarkeitsritus. Wo das „Kupala“ herkommt, darüber scheiden sich die Geister. Einige Forscher sehen eine Verbindung zu einem slavischen Sonnen- und Lichtgott Kupala, andere wiederum verneinen dessen Existenz. Wahrscheinlicher ist es, dass Johannes der Täufer im Altrussischen eben mit dem Namen Ivan Kupala bezeichnet wurde.

Ivan Kupala und seine Bräuche

Eine wesentliche Rolle bei den Ivan Kupala Bräuchen sind die Elemente Feuer und Wasser. Diese Gegensätze kommen vielerorts zum Einsatz, ebenso wie Pflanzen und der heidnische Gedanke der Selbstreinigung und des höheren Selbst.

Einige Bräuche an Ivan Kupala verbinden sogar diese Bestandteile miteinander, beispielsweise in dem Brauch, mit dem junge Mädchen in ihre Zukunft schauen wollen. Sie lassen in fließendem Gewässer Kränze schwimmen, die sie aus Blüten und Blumen geflochten haben und orakeln anhand der Bewegungen im Wasser. Andere lassen Blumengirlanden im Fluss treiben und lesen aus der Strömungsrichtung ab, aus welcher Richtung ihr künftiger Ehemann kommen wird. Junge Paare springen gemeinsam über brennende Feuer, um ihren Zusammenhalt symbolisch darzustellen. Dieser Brauch ist auch bei uns bekannt. Der Brauch, nach blühenden Farnen zu suchen, ist wiederum nur in den slawischen Ländern bekannt. Der Brauch ist heidnischen Ursprungs und folgt der Vorstellung, dass ein blühender Farn etwas Magisches ist, das den Weg zu unterirdisch verborgenen Schätzen weist. Warum das ausgerechnet zu Ivan Kupala praktiziert wird, liegt wohl in der kurzen Blütezeit des Farns, die eben genau um den besagten Termin herum stattfindet. Überhaupt kann man an Ivan Kupala die seltsamsten Dinge in der Nacht sehen, denn es ist die Nacht der Geister, Hexen und Dämonen.

So wird Ivan Kupala heute gefeiert

Auch heutzutage ist der 7.7., der Tag des Ivan Kupala, ein mythisches und besonderes Datum. Obwohl heidnischen Ursprungs, ist das Fest sogar in religiösen Landstrichen sehr populär und wird mit all seinen Bräuchen gefeiert. Die Bräuche beziehen sich vor allem auf die Zukunft, den künftigen Ehepartner und allerlei private Voraussagungen und auch die Feiern selber entbehren nicht einer gewissen erotischen und romantischen Komponente. Ein Lagerfeuer gehört auf jeden Fall dazu, Alkohol ebenfalls und das Publikum ist gemischt und beiderlei Geschlechts.

Rezeption von Ivan Kupala

Auch in der Literatur hat die Thematik Eingang gefunden. Als Beispiel sei hier Nikolai Gogols Novelle „Am Abend von Ivan Kupala“ genannt. Protagonist ist ein Knecht, der seine Braut heiraten möchte. Dafür braucht er schnell Geld. Unter einem blühenden Farn findet er zwar einen Schatz, kann ihn aber nicht heben. Der Teufel verspricht ihm Hilfe und Reichtum, dafür soll der Knecht unschuldiges Blut vergießen (ein Kind töten). Der Knecht geht auf die Forderung und das Versprechen ein, der Teufel erfüllt seinen Teil der Abmachung ebenfalls und der Knecht wird reich. Allerdings kann er sich an nichts mehr erinnern, bis er mit Hilfe des Zaubers einer Hexe seine Erinnerung wieder erlangt und sich seiner Tat bewusst wird. Darüber geht er in Flammen auf. Die Novelle spielt am Vorabend von Ivan Kupala und es sind die charakteristischen mystischen Elemente alle enthalten.