Welterbe Plitvicer Seen


Das Welterbe Plitvicer Seen liegt im Herzen von Kroatien. 1979 wurden die Seen in die Liste der Stätten des Weltkulturerbes aufgenommen. Ich denke, zu Recht, denn es gibt dort eine ganze Reihe an Naturschönheiten zu betrachten, was die Plitvicer Seen zu einem beliebten Ausflugsziel für Einheimische und Urlauber macht.

Ich wette, Sie haben schon einmal Teile der Plitvicer Seen gesehen – selbst dann, wenn Sie noch nie dort waren. Wo und wann? Nun ja, jedes Jahr zu Weihnachten…. immer dann, wenn die Wiederholungen von „Winnetou“ im Fernsehen laufen. Dann sieht man Pierre Brice durch den kroatischen Nationalpark reiten, denn in den 60er Jahren wurden genau dort Teile der berühmten Winnetou-Filme gedreht.

Der kroatische Nationalpark Plitvicer Seen

Die Plitvicer Seen sind 1928 zum ersten Mal zum Nationalpark erklärt worden, allerdings nicht auf Dauer. Die endgültige Erklärung zum Nationalpark erfolgte erst 1949. In der Liste der UNESCO ist der Park seit 1979 als Weltkulturerbestätte aufgeführt. 30.000 Hektar ist das Land in etwa groß, auf dem sich der Park befindet. Er liegt zwischen den zwei Gebirgen Mala Kapela und Licka Pljesivica. 2.000 Hektar davon sind alleine schon Seen und andere Gewässer. Den Rest macht sehr viel alter Baumbestand aus, wie es ihn in Größe und Gesundheitszustand der Bäume in Europa kein zweites Mal gibt.

Die Seen

Derzeit sind im Nationalpark Plitvicer Seen 16 Karstseen unterschiedlicher Größe. Viele von ihnen gehen ineinander über, sie sind durch Wasserfälle voneinander getrennt und teilweise terrassenflrmig übereinander angeordnet. Die Betonung auf „derzeit“ 16 Seen im Nationalpark liegt darin, dass sich der Park in einem ständigen Wandel befindet. Durch die Wasserbeschaffenheit der Karstflüsse bildet sich Travertin, eine lebende Gesteinsart. Dieses poröse Gestein aus Calzium- und Natriumkarbonatsorgt mit seiner Bildung und seinem Wachstum dafür, dass Barrieren zwischen einzelnen Seen entstehen bzw. verschwinden oder dass Wasserfälle und Kaskaden verschwinden und an anderer Stelle neu entstehen. Moose, Algen und Bakterien tun ihr Übriges zu diesem Wandel.

Tiere und Pflanzen

Im Park findet man sowohl Laub- als auch Nadelbäume. Besondere Exoten oder besonders prächtige Exemplare sind auf extra Hinweisschildern dargestellt und die betreffenden Bäume mit zusätzlichen Informationstafeln versehen.

Mehr als 1250 Pflanzenarten und 55 Orchideenarten wachsen im Gebiet der Plitvicer Seen. 75 Arten sind endemisch, das heißt, sie wachsen nur dort und nirgendwo sonst auf der Welt.

Die Tierwelt ist ähnlich reich. Im Rahmen von Forschungsarbeiten wurden auf dem Gebiet des Nationalparks 321 verschiedene Schmetterlinge, 161 Vogelarten und 21 Fledermausarten gefunden und katalogisiert. Ferner sind Wölfe, Wildschweine, Eber, Fischotter, Wildkatzen, Rehe, Bären und andere Tierarten im Park zu Hause. Der Braunbär ist der größte Parkbewohner unter ihnen.

Besucher im Nationalpark

Der Park bietet verschiedene Möglichkeiten und Routen, wie man sich darin bewegen kann. Ein Ein-Tages-Ticket (ca 20 Euro für Erwachsene) sollte normalerweise ausreichen, um die Naturschönheiten in ganzer Breite genießen zu können, denn die längste der angebotenen Touren dauert etwa sechs bis acht Stunden. Kürzere Strecken mit zwei oder vier Stunden sind ebenso möglich wie ein Wechsel zwischen diesen. Die Strecken sind als Wanderwege ausgeschildert und einige Abschnitte können auch mit anderen Fortbewegungsmitteln zurückgelegt werden, beispielsweise  mit einem Bus, einer Eisenbahn oder mit einer Fähre von einer Seite eines Sees zur anderen. In vielen Cafés und Restaurants auf der Strecke kann sich der Naturliebhaber in wunderschöner Umgebung prima stärken. Alle Strecken im Nationalpark verlaufen durch den östlichen Teil der Anlage. Der westliche Teil des Parks ist für Besucher nicht zugänglich, ebenso sind alle anderen Wege tabu, die nicht explizit als Wanderwege ausgewiesen sind. Individuelle Spaziergänge sind im Nationalpark daher nicht möglich. Auch ist die Zufahrt nur von Osten her möglich.

Abseits der Touristenstrecke – der Westen des Parks

Corkova uvala ist für Besucher nicht geöffnet. Es ist eines der größten Gebiete des Parks und liegt im Westen desselben. Der Baumbestand in diesem Teil des Parks ist mehrere Hundert Jahre alt und hat Urwaldcharakter. Fern des Besucherstroms auf der anderen Seite des Parks leben hier die meisten der im Nationalpark beheimateten Tierarten.